Tetrahydrothiophen wird häufig in städtischen Gasleitungssystemen verwendet, darunter Erdgas und Flüssiggas (LPG). Industriestandards verlangen, dass die Konzentration des dem Gas zugesetzten Tetrahydrothiophens zwischen 16 und 25 mg/m³ liegt, um sicherzustellen, dass der menschliche Körper es auch dann noch am Geruch wahrnehmen kann, wenn die Konzentration 1/5 der unteren Explosionsgrenze (ca. 0,2 Vol.-%) erreicht. Beispielsweise fügt ein Gasunternehmen in einer bestimmten Stadt dem Wohngas 18 mg/m³ hinzu, während es aufgrund des größeren Pipelinevolumens den Zuschlag für Industriegas auf 22 mg/m³ erhöht.
Im Produktionsprozess wirkt sich der Syntheseprozess von Tetrahydrothiophen direkt auf die Kosten aus. Der Hauptprozess ist die katalytische Thiophen-Hydrierungsmethode, die die Verwendung von Katalysatoren auf Nickel--Basis unter Hochtemperatur- und Hochdruckbedingungen erfordert (z. B. Temperatur 200-250 Grad, Druck 5–10 MPa). Zu den Rohstoffen gehören Thiophen, Wasserstoff und Lösungsmittel, und die Ausrüstungsinvestitionen machen etwa 40 % der Produktionskosten aus. Bei einer anderen Methode, der Thiol-Oxidation, werden zwar leicht verfügbare Rohstoffe verwendet, es entstehen jedoch viele Nebenprodukte, die Reinheit ist schwer zu kontrollieren und wird hauptsächlich im Low-End-Markt eingesetzt.